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In Britta Dinzls Kunst malt der Alltag sein fröhliches Selbstportrait, denn in ihren Bildern ist er der Quell aller äußerern und inneren Welten und Wunder.


Sie malt stets auf Seide und beginnt ihre Bilder mit den Umrissen ihrer Gestalten und Ereignisse in einer zarten dunklen Schrift auf hellem opaken oder transparenten Grund.
Dann malt sie weiter mit allem, was gerade da ist - Acrylfarbe, Tempera, Buntstift, Seidenmalfarbe, Kaffee oder Tee... Und weil der Buchstabe nicht nur im neuen Testament tötet, aber der Geist stets lebendig macht, heben farbige Reflektionen und Kommentare ihre Szenen in ein eigenständig magisches Leben.
Figuren wie Objekte entschlüpfen nach und nach ihrer naturalistischen Farbigkeit als befreiten sie sich aus einer Verpuppung und werden lebendig wie Traumbilder. Auf frisch getrockneten Schmetterlingsflügeln, gelegentlich auch auf vier kleinen Beinchen fliegen, laufen, galloppieren oder hupfen sie vielleicht nur auf einer Sprungfeder fröhlich aus dem Moment heraus, in dem das Bild sie für einen Augenblick gefangen hatte. Schon im Augenblick des Betrachtens sind sie im Begriff, in den Hintergrund ihres eigenen Universums zu verschwinden um dort ihren eigensten unbekannten Geschäftigkeiten und Leidenschaften nachzugehen.
Von der Vorderseite wie auch durscheinend von der Rückwand her durchgestaltet, treten ihre Bilder schließlich aus der Zweidimensionalität heraus. Sie werden filigran körperlich, zarteste Objekte.

Britta Dinzls Bilder sind wie ein Tagebuch. Wie ein staunender Dichter in seinem Journal teilt sie mit uns die zahllosen kleinen Wunder die ihre Erlebnisse in all ihrer Vergänglichkeit unvergeßlich machen. Wir reisen mit ihr durch ihre Tage.
Sie stösst auf ihre Motive, stolpert darüber, fast könnte man sagen, sie fällt lustvoll auf sie herein. Sie lässt sich von einer teuren oder billigen Zufallsbegegnung in all ihrer Farbe und Anarchie zu wochenlanger Arbeit verführen. Sie hat einen Menschen getroffen, ein Zimmer besichtigt, einen Coctail getrunken oder auf einer Reise versucht, einen japanischen U Bahn Fahrplan zu entziffern, sie war Segeln oder zu Gast auf der Aussichtsplattform des Flughafens, ihr ist ein besonderes Foto gelungen, von einem Gesicht, einer Haltung, einem Schaufenster oder einem Hinweisschild für Touristen, vielleicht nur von einer lustigen Puppe, vielleicht hat sie auch einen großen Gedanken erlebt: all das stellt sie, die zweckorientierte Wirklichkeitspespektive lustig und vollkommen sabotierend, in neuen beseelten Traumbegegnungen zusammen, in denen jedes Ding das Lied, das nach Eichendorff in ihm schläft, lustvoll schön und schaurig - und oft auch ungefragt - herausplärrt.

Britta Dinzls Bilder sind Andenken: Aufforderungen, an etwas zu denken; beileibe keine Denkmale, aber Denk-Male. Sie fordern auf, das Einfachste in unserem Leben zu würdigen und wertzuschätzen: das Glück, das am Kleinen wie am Großen ganz dasselbe Glück ist und darum keinen Status und keine Rangordnungen kennt. Britta Dinzl notiert ihre Glücke in ihrer ganz eigenen Notenschrift zur gefälligen Nachahmung durch den Betrachter.
Da das Glück so schnell verfliegt, alle Lust aber nicht nur bei Nietzsche Ewigkeit will, besteht sie mit ihren Bildern auf seine unvergängliche Gültigkeit. So sehr, dass sie von manchem ihrer Bilder eine kleinere oder größere Zahl von hochwertigen Drucken anfertigt, diese Blatt für Blatt durch Überarbeitung zu neuen Originalen macht, und diese in die Welt hinausbläst wie der Löwenzahn seine Samen: alle sollen sich freuen – und der ein oder andere jenseits von gelehrten Worten verstehen; nicht etwa Britta Dinzls Kunst sondern sein eigenes Leben.


Rupert J. Seidl 2010

Renaissancebaracuda!! Haha!! Britta's art illustrates a candid portrait of everyday life, with just enough magic and wonder to attract the eye.

She paints on silk and always starts her paintings with faint outlines of her figures on a bright opaque or transparent base. She then begins her artistic process – every material is fair game whether it be acrylic paint, tempera, colored pencils, silk paint, or even coffee or tea. The unique, uninhibited style of Britta’s art enables her to portray her provocative and ethereal vision of the world around her.
The figures she paints come alive like butterflies being freed into the night. The characters and personalities she illustrates take on their own life force, feeding off of her passion.  
Britta’s paintings are like her visual diary. She shares with the viewer all of the countless small, transient, unforgettable miracles that she sees on a daily basis.
She experiments with everything that influences her. Whether she works for weeks on one idea, or if it comes to her in an instant, to her every painting she creates is magical. Britta finds wonder in the commonplace: cocktail drinking, deciphering a foreign metro schedule, or some funny doll she saw. Her ideas are like notes in a symphony – each encounter adding to part of a song.
Britta’s pictures are souvenirs. They remind one to cherish the simplest. Britta knows that happiness is a universal emotion that is shared by all humans, regardless of rank or social order. Her pictures confront the viewer to find this happiness within them, to not be cynical.
Britta’s art attests to her life view. To her, producing paintings so others can experience this optimism is like blowing on a dandelion so that all the spores can fly into the wind. Her life’s work, her art, is the spore of the dandelion, the wish that everyone can see the magic in the ordinary, the light in the dark.

 

Translated by Edward Fancher the IV Phoenix/Arizona  Thank You very much!

schön weiterlesen!



Die 1961 in Bochum geborene Künstlerin lebt und arbeitet nach mehrjährigem
Auslandsaufenthalt in London und Paris seit 1990 wieder in Salzburg.

Jährliche Ausstellungen privat oder in Banken
Teilnahme an der Aktion Kunst und Kuh mit vier Kühen in Salzburg, im Jahr 2000

Ihre Bilder sind stark, humorvoll, lebensfroh und erregen immer wieder aufs Neue die Aufmerksamkeit des Betrachters.